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Der "National Model United Nations" 2008von stud. jur. Sarah Tarantino, Universität Freiburg
„The republic of Gabon?“ - „Present!“. Mit diesen Worten begann für mich jeder Verhandlungstag beim NMUN 2008 als Delegierte des Landes Gabun. Mit Haus Rissen, einem Institut für Politik und Wirtschaft, war ich gemeinsam mit 19 weiteren Studenten aus ganz Deutschland nach New York gereist, um das westafrikanische Land in der UN-Simulation zu vertreten. Fünf Tage lang, vom 22. bis zum 26. April, diskutierten wir über die verschiedensten Themen, schrieben Resolutionen, stimmten ab und bekamen einen Einblick in die Praxis der Weltpolitik. Um diese Aufgabe auch ganz im Sinne Gabuns zu erfüllen, mussten wir uns natürlich mit unserem Land auseinandersetzen. Es stellte sich bald heraus, dass das gar nicht so einfach war: Zuerst einmal musste die Frage geklärt werden, wo denn dieses Gabun überhaupt liegt… Aber natürlich warteten wir alle gespannt auf unsere Abreise nach New York und damit auf die weltweit größte Simulation der Vereinten Nationen mit rund 2.500 Teilnehmern aus der ganzen Welt. Zunächst bezogen wir unsere Zimmer im Marriott Marquis am Times Square, in dem auch die Verhandlungen stattfanden, und machten uns dann auf, um diese unglaubliche Stadt zu erkunden. Bis zum Beginn des NMUN musste aber noch dem offiziellen Programm mit einem Besuch in der ständigen deutschen Vertretung bei den UN genüge getan werden. Der Botschafter Gabuns war leider nicht so gastfreundlich und sagte unseren Termin bei ihm kurzfristig ab. So hatten wir also genug Zeit für Sightseeing. Dann wurde es langsam ernst. Der 22.April rückte näher und das Marriott füllte sich immer mehr mit Studenten, die die Fahrstühle verstopften und noch bis spät in die Nacht hinein auf den Hotelfluren unterwegs waren. Schon vor Beginn der Konferenz wurde über die Reihenfolge der Agenda diskutiert und Visitenkarten verteilt. Endlich war es soweit: Die Eröffnungszeremonie in der Generalversammlung der UN begann und der stellvertretende Generalsekretär S. E. Hjálmar W. Hannesson begrüßte uns. Gleich darauf ging es zurück ins Hotel und die Konferenz konnte beginnen. Selbst die beste Vorbereitung konnte uns nur unzureichend auf die Atmosphäre während den Verhandlungen vorbereiten, das Tempo, die Energie und der Eifer, mit dem alle dabei waren, war erstaunlich. Mein Komitee hatte sich für das Thema „The illicit Trade in Small Arms and Light Weapons“ entschieden. Gabun ist nicht in den Waffenschmuggel involviert und so konnte Gabun als ehemalige französische Kolonie und eines der reichsten Länder Afrikas als Vermittler zwischen der europäischen und afrikanischen Position aufzutreten. Dabei bemerkten wir eines der größten Probleme der Simulation. Die meisten Ländervertreter verhielten sich nicht authentisch. Während so kleine Staaten wie die Komoren die Diskussion beherrschten, hörte man von den Vertretern der USA kaum ein Wort. Der wichtigste Teil der Verhandlung fand während des Caucausing, den inoffiziellen Gesprächen außerhalb der „formal session“ statt. Hier wurden schon am zweiten Tag Resolutionen ausgearbeitet und die dafür dringend benötigten Sponsoren gesucht. Doch je mehr Sponsoren, desto schwieriger war es einen Konsens zu finden. Zum Teil wurde um ein einziges zusätzliches Wort gefeilscht. Zum Schluss wurden 12 Resolutionen zur Abstimmung freigegeben und auch alle angenommen. Am letzten Tag versammelten sich alle Delegationen noch einmal in der Generalversammlung der UN. Die Anzahl der Studenten war beeindruckend. Nun wurden auch die Awards verteilt und zu unserer Überraschung hatten auch wir zwei Awards gewonnen. Über diese Belohnung für die harte Arbeit der letzten Tage freuten wir uns besonders. So konnten wir beim „Delegation’s Dance“ am Abend ausgelassen feiern und den NMUN 2008 ausklingen lassen. Aber nur bis 2 Uhr, denn dann scheuchte die Security des Marriott uns wahlweise auf die Zimmer oder aus dem Hotel. Die Erfahrungen die ich in New York, aber auch schon während der Vorbereitung, gemacht habe, waren einmalig und der Blick hinter die Kulisse der Vereinten Nationen bleibt unvergesslich. Zudem habe ich neue Freunde kennen gelernt und hatte in New York unglaublich viel Spaß. Die Teilnahme an einem NMUN kann ich nur weiterempfehlen, denn wie Kofi Annan schon sagte: „This United Nations is your United Nations“!
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