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Auf dem Dach der WeltEin Praktikum an der deutschen Botschaft in Kathmandu von stud. jur. Carmen Appenzeller,Humboldt-Universität zu Berlin & Marlene Speth, Uni Erlangen-Nürnberg (englische Linguistik, Wirtschaft)
Vom 1. Juli bis zum 30. September durfte ich ein Praktikum an der Deutschen Botschaft in Kathmandu absolvieren. Mit dem Praktikumsbericht wurde mir vorab ein Erfahrungsbericht ehemaliger Praktikanten geschickt, sodass ich mich damit, mit einem Reiseführer und dem Internet schon vor Abflug auf das Land und die Arbeit in der Deutschen Botschaft vorbereiten konnte. In Kathmandu wurde ich von meinen Praktikanten-Vorgängern am Flughafen abgeholt. Hier erfuhr ich, dass es an der Deutschen Botschaft Kathmandu immer zwei Praktikanten gibt und meine Mitpraktikantin sogar mit der gleichen Maschine von Delhi nach Kathmandu flog. Es war sehr bedauerlich, dass man die Wartezeit in Delhi nicht gemeinsam verbringen konnte und die Anreise und Unterkunft in Kathmandu nicht zusammen organisieren konnte. Ich fand es schade, dass diese Information erst in Kathmandu ersichtlich war. Am 1. Juli war dann der erste Arbeitstag. Am Tag zuvor hatten wir von unseren Vorgängern noch eine kurze Einführung in die Arbeit an der Botschaft erhalten. Dies erwies sich als sehr nützlich. In der Botschaft haben die Praktikanten ein eigenes Zimmer, sehr zentral in der ersten Etage gelegen. Mit meiner Mitpraktikantin verstand ich mich von Anfang sehr gut. Sie studiert Jura und wir konnten uns bei diversen Aufgaben sehr gut unterstützen und gegenseitig ergänzen. Zu verfassende Berichte wurden zum Beispiel vom anderen meist Korrektur gelesen. Auch haben wir diverse Events, zu denen die Botschaft eine Einladung erhalten hatte, nach Dienstschluss zusammen besucht. In der Botschaft waren wir Praktikantinnen niemandem direkt zugeteilt und wurden nicht von einer Person betreut. Im August waren dann einige deutsche Botschaftsangestellte im Urlaub, sodass wir Praktikantinnen kaum beschäftigt waren. Da wir aber sehr gerne mehr Einblick in die Botschaftsarbeit gehabt hätten, haben wir bei den wöchentlichen Meetings immer darum gebeten, uns in diverse Aufgaben zu involvieren und uns mit mehr Tätigkeiten „zu versorgen“. Leider war dies nur manchmal der Fall. Die täglichen Aufgaben waren meist nur weisungsgebundene Arbeiten mit wenig Eigenverantwortung. So durften wir zum Beispiel Informationen zu verschiedenen Themen „googeln“, bei der Touristenregistrierung mitarbeiten (d.h. die Touristendaten in eine Excel- Tabelle eintragen) und Anfragen an die Botschaft beantworten. Des weiteren durfte ich, da ich auch Anglistik studiere und das letzte Jahr an der Universität Oxford verbracht hatte, viele Protokolle, Vermerke und Merkblätter ins Englische übersetzen. Verständigungsschwierigkeiten gab es am Arbeitsplatz und in der Freizeit keine. Die Atmosphäre in der Botschaft war interessant, so wurde man von Mitarbeitern über die jeweiligen Stärken und vor allem Schwächen der anderen informiert. In der Botschaft wurde meist Deutsch gesprochen, in der Freizeit sprachen wir mit anderen Expats und den Nepalesen meist Englisch. Nach Dienstschluss verbrachten wir Praktikantinnen die Freizeit entweder zu zweit, trafen uns aber meist mit Expats und Mitarbeitern von anderen Botschaften. Der soziale Anschluss in Kathmandu war sehr gut, wir konnten sehr schnell Kontakte aufbauen und waren so nach Dienstschluss und an Wochenenden meist unterwegs. Meine Mitpraktikantin und ich hatten beide einen Rückflug über Delhi gebucht und kurzerhand beschlossen wir, einen Stop-over in Delhi einzulegen. Durch unsere sehr guten Kontakte zur Britischen Botschaft in Kathmandu war es dann sogar möglich, in Delhi Mitarbeiter der Britischen Botschaft zu treffen. Summa summarum war der Sommer in Kathmandu durchaus als interessant zu bewerten. Ein Praktikum von drei Monaten an der Deutschen Botschaft ist aufgrund oben genannter Gründe aber zu lange. Es wäre sehr schön gewesen, wenn man während der Zeit an der Botschaft mehr Einblick in die Botschaftsarbeit bekommen hätte. Das Praktikum an der Deutschen Botschaft war aber dennoch eine Erfahrung wert. Die sehr guten sozialen Kontakte zu Expats anderer Botschaften und Organisationen ermöglichten ein sehr schnelles Einleben in Nepal und rege soziale Kontakte. Abschließend möchte ich mich beim Deutschen Akademischen Austauschdienst nochmals sehr herzlich für das großzügige Stipendium bedanken. Besonders die unkomplizierte Abwicklung und sehr schnellen Antworten bei Nachfragen empfand ich als sehr positiv.
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