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Zum Essaywettbewerb

von Prof. Dr. Thomas Würtenberger , Universität Freiburg

 

 

Es war eine hervorragende Idee der Redaktion von Freilaw,  einen Essay-Wettbewerb für Juristinnen und Juristen in Anfangssemestern sowie in höheren Semestern ihres Studiums auszuschreiben. Die zur Bearbeitung gestellten Themenbereiche, wie Grund- und Menschenrechtsschutz, Konstitutionalisierung der Rechtsordnung im Strafrecht und im Privatrecht, Fairness des Verfahrens sowie Selbstbestimmungsrecht der Völker, haben eine breite Palette für die Abhandlung aktueller Fragestellungen geliefert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Essay-Wettbewerb haben  denn auch die Möglichkeit genutzt, die Themen sehr innovativ anzugehen. Jeder der eingereichten Beiträge setzte kritisch am Zustand von Recht und/oder  Gesellschaft an, um sodann durch neue Ideen und neue Prinzipien zur Verbesserung des status quo beizutragen. Insofern hat dieser Essay-Wettbewerb in schöner Weise verdeutlicht, mit welchem Engagement sich bereits junge Juristen zum Teil schon in den Anfangsemestern ihres Studiums Grundsatzfragen der Rechtsreform zu widmen zu vermögen.

Ein rechtswissenschaftlicher Essay stellt besondere Anforderungen. Auf der einen Seite mag man, um pointiert und einprägsam zu argumentieren, die dogmatischen Grundlagen einzelner Fragestellungen nur kursorisch streifen. Aber bereits dies bereitet nicht unerhebliche Schwierigkeiten. Der Stand rechtswissenschaftlicher Auseinandersetzungen muss gleichwohl voll und ganz erfasst sein, um neue Entwicklungslinien sachgerecht entfalten zu können. Auf der anderen Seite verlangt ein rechtswissenschaftlicher Essay sich mit neuen Ideen am Wissenschaftskurs zu beteiligen. Wenn auch der Stand der Dinge in manchen der Essays aus dem Wettbewerb nicht immer hundertprozentig gelungen wiedergegeben erscheint, so beeindrucken doch die weiterführenden Ideen und das Aufspüren neuer Problemlagen. War das innovative Potential aller eingereichten Beiträge äußerst anspruchsvoll und auf einem sehr vergleichbaren hohen Niveau, so war die wissenschaftliche Recherche teils in doch recht unterschiedlicher Weise vertieft. An letzterem Aspekt orientiert wurden jene Essays ausgewählt, die Preise erhalten und abgedruckt werden sollen. Freilich wird man sich bei der Publikation des einen oder anderen Essays auch von dessen innovativem Zugriff leiten lassen. Eines ist jedenfalls sicher: Die Lektüre der Essays ist sehr lohnenswert