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Eindrücke chinesischer Studenten

von Chen Baiyang, Wang Gang und Ling Ling, Universität Freiburg

 

Chen Baiyang

Seit zwei Monaten studiere ich an der Universität Freiburg Rechtswissenschaft. Als eine Studentin, die sechs Jahre lang Jura in China studiert hat, fallen mir viele Unterschiede zwischen chinesischen und deutschen Hochschullehren in der Fachrichtung Rechtswissenschaft auf.


Der erste Unterschied betrifft die Vorlesungen. Die klassischen Vorlesungen werden in Freiburg durch multimediale Elemente angereichert. Der Einsatz kann darauf abzielen, Inhalte durch Multimedia lebendiger und anschaulicher darzustellen, die Studierenden zu einer aktiven Teilnahme zu motivieren oder aber zeitlich oder räumlich unabhängiges Lernen zu ermöglichen.

Zweitens die Übung. In Deutschland ist die Übung eine wichtige Lehrveranstaltungsform. Sie dient dazu, den in der Vorlesung vermittelten Stoff einzuüben und anhand von Aufgaben zu vertiefen und versteht sich demnach als komplementäres Angebot zur Vorlesung. Inhalt und Aufbau der Übungen nehmen auf die praktischen Ziele des Studiums Rücksicht und zielen – zumindest teilweise – auf die Entwicklung berufsrelevanter Fähigkeiten und Kompetenzen ab. In China gibt es diese Form leider nur in wenigen Universitäten und nur für wenige Fachrichtungen, z.B. das Zivilrecht. Ansonsten ist die Übung nur eine Wahlveranstaltung. Studierende müssen also nicht an einer Übung teilnehmen.

Dritter Unterschied ist die Prüfung. An der Freiburger Universität hat nicht jede Vorlesung am Ende eines Semesters eine Prüfung. Für einige Vorlesungen braucht man nur einen Sitzschein zu erwerben, für andere aber noch den Klausurschein. In China müssen die Studenten für alle Vorlesungen die Klausurscheine gewinnen, nämlich an der Prüfung teilnehmen und sie bestehen.

 

Wang Gang

Wie man dem Namen schon entnehmen könnte, ist Freiburg eine Stadt voller Freiheit. So ist es auch an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, eine der neun Eliteuniversitäten in Deutschland. Neben dem strahlenden Sonnenschein und der unbeschreiblich schönen Landschaft am Fuß des Schwarzwaldes bin ich besonders von der Atmosphäre der Freiheit hier angetan - eigentlich ist es so frei, dass ich mich am Anfang meines Studiums fast nicht daran gewöhnen konnte. Anders als in China gibt es an der Universität Freiburg keinen vorprogrammierten obligatorischen Studienplan, alle StudentInnen können nach ihren eigenen Interessen selbst auswählen, an welchen Lehrveranstaltungen sie teilnehmen, das machte mich am Anfang ganz fassungslos. Glücklicherweise sind die ProfessorInnen, die TutorInnen sowie die StudentInnen hier alle sehr nett und hilfsbereit, mit ihrer Hilfe wird für mich alles viel einfacher. Außer der Freiheit sind freilich auch die freundschaftlichen zwischenmenschlichen Beziehungen hier sehr auffällig. Höflich und kultiviert verhält man sich hier, die StudentInnen behandeln sich, als ob sie Geschwister wären.
Alles in allem, freut es mich sehr, dass ich mich für ein Studium an der Universität Freiburg entschieden habe. Also, lieber Freund, wenn Sie auch in Deutschland studieren wollen, bitte kommen Sie nach Freiburg und erleben Sie persönlich die Atmosphäre der Freiheit, der Freundschaft sowie der Harmonie hier.

 

 

Lin Jing

Ich habe schon einmal in einem Zusammenarbeitsprogramm zwischen CUPL und Uni-Freiburg unter „EU-China European Studies Centres Programme" in Freiburg teilgenommen. Damals war es Sommer und Freiburg war sehr gemütlich mit Sonnenschein. Viele Studierende lagen auf der großen Liegewiese vor dem KG II und lasen Bücher. Das hat mich sehr beeindruckt, weil in China solche Situationen nur im Park vorgefunden werden. Da habe ich die Bedeutung der „Uni-Stadt“ verstanden, die eigentlich ganz anders ist als in China, ohne Haupteingang und Wand für das ganze Unigelände. Was mich auch sehr beeindruckt ist das Juristische Seminar und die UB. Durch den Katalog oder das Internet kann man sehr einfach ein Buch im Juristischen Seminar oder in der Universitätsbibliothek finden.


Die Stadt und die Universität, insbesondere die Bibliothek und die Professoren, mag ich sehr. Darum habe ich mich dieses Semester für ein Studium in Freiburg entschieden. Diesmal wohne ich in einer WG im internationalen Studentenwohnheim. Früher habe ich gehört, dass Deutsche sehr ernst sind. Aber jetzt weiß ich, sie sind auch sehr romantisch und lebhaft, insbesondere auf Partys. Auf Partys habe ich auch viele Leute kennen gelernt, einige davon sind auch ausländische Studierende. Obwohl die Stadt nicht groß ist, ist die Universität international und empfängt hier die verschiedensten Leute aus aller Welt.
Alles ist wunderbar hier außer der Mensa. Man isst zuviel Butter und Käse. Ich persönlich mag nur eine Suppe mit Gemüse. 

 

 
 
 
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