Ausgabe 1/2009 – Medizinrecht

Medizin und Recht. Grundsätzlich zwei völlig getrennte Bereiche. In der heutigen Zeit sind aber Überschneidungen und gegenseitige Beeinflussung nicht mehr zu umgehen und auch notwendig. Was wäre (straf-)rechtliche Beweisführung ohne die Errungenschaften der Medizin und dem Einsetzen neuster Forschungsmethoden? Was wäre im Gegenzug medizinische Forschung ohne das Setzen von rechtlichen und ethischen Grenzen, über deren Einhaltung gewacht wird? Deshalb stellen wir uns die Frage: Recht als Medizin? Als Heilmittel aller Fragen?

Ein Fußball-Verein reicht verspätet Dopingproben zur Untersuchung ein, ein Trainer der ehemaligen DDR wird des Dopings seiner Sportler beschuldigt und das IOC unternimmt neue Anstrengungen, das Thema Doping sinn- und wirkungsvoll zu bekämpfen. Und genau dieser letztgenannten Problematik widmet sich ein Autor. Es wird hinterfragt, wie die bestehenden Regelungen sportlich faires Verhalten schützen oder nicht, es werden Vorschläge unterbreitet und auf ihre (insbesondere verfassungsrechtliche) Umsetzungsmög-lichkeit untersucht.

Wir haben für diese Ausgabe von Freilaw besondere Unterstützung von schweizer Professoren und Studenten der Universität Zürich erhalten. Sie geben grenzüberschreitende Einblicke in besondere Fragestellungen, die nicht nur in unserem Nachbarland in diesen Tagen aktuell sind, dort aber bereits Gegenstand intensiver Diskussion. Ein Thema, das aber nicht nur ein rein schweizerisches ist, sind die Probleme, die sich im Umgang mit Strafvollzug und medizinischer Versorgung ergeben.
Außerdem wird ein neues, kooperatives Programm der Universität Zürich vor, das sich darauf konzentriert, die Verbindung Medizin, Recht und Ethik herzustellen und im Dialog weiterzuentwickeln.

Wie der Tod in der heutigen Gesellschaft zu behandeln ist und behandelt wird, damit beschäftigt sich ein weiterer Artikel. Anders als noch vorherige Generationen wird in der heutigen Gesellschaft an vielen Stellen der Tod tabuisiert und verschwiegen,weshalb die Frage zu stellen ist, inwieweit selbstbestimmtes Leben auch selbstbestimmtens Sterbens und damit einhergehende Beschäftigung mit dem Tod umfasst.
Nach diesem weit gesteckten Rahmen des Umgangs mit dem Tod wird in einem weiteren Beitrages gerade ein Teilbereich, nämlich die Patientenverfügung, näher ins Auge gefasst, deren gesetzliche Regelung gerade Gegenstand bundestaglicher Debatten ist.

In unserer Rubrik Studieren in Freiburg wirkt unser Thema auch in den studentisch näheren Bereich mit hinein. Es beschäftigt sich mit der Rechtsmedizinischen Vorlesung von Herrn Prof. Dr. Pollack. Einen anderen Teil interdisziplinärer Vorlesung stellt auch der Beitrag zu der Vorlesung „Literatur und Recht“ vor, der zusätzlich weitere interdisziplinäre Veranstaltungen im kommenden Semester angibt. Zudem ermöglicht eine litauische Studentin einen Einblick in das Rechtssystem und die Rechtsausbildung ihres Heimatlandes und ihre Erfahrungen mit dem deutschen LL.M. und eine nähere Analyse des Art. 79 III GG wird vorgestellt.

Euer Freilaw Team