Als am 10. Dezember 1948 die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit überwältigender Mehrheit die Allgemeine Menschenrechtserklärung annahm, blickte man nach den Gräueltaten des 2. Weltkrieges zuversichtlich in die Zukunft des internationalen Menschenrechtsschutzes. Zahlreiche Übereinkommen und Konventionen folgten, doch scheint sich der ursprüngliche Enthusiasmus vom universellen Menschenrechtsschutz mit der Zeit gelegt zu haben.
Was ist nun, 60 Jahre später, von diesen Ideen und Idealen übrig geblieben, was hat sich verändert? Hat sich der universelle Menschenrechtsschutz, der angedacht war, zugunsten der Menschen verstärkt oder hat er eher durch - immer speziellere Konkretisierungen - abgenommen? Wie werden (neue) Konventionen legitimiert und welche Möglichkeiten gibt es für ihre Durchsetzung? Darüber hinaus machen die Herausforderungen, die eine globalisierte Welt an die Menschen und ihre Beziehung untereinander stellt, Überlegungen für eine neue Generation von Menschenrechte notwendig. Es gilt Aufgaben zu bewältigen, die nicht mehr im Verhältnis von Staat zu Individuum zu gewähren sind, sondern vielmehr einen kollektiven Rechtscharakter haben.
In unserer letzten Ausgabe des Jahres 2008 versuchen unterschiedliche Autoren, auf einige dieser Fragestellungen Antworten zu geben. Sie sind ausgewählte Teilnehmer eines von Freilaw und ELSA-Freiburg e.V. veranstalteten Essay-Wettbewerb mit dem Thema „Nationaler und internationaler Menschenrechtsschutz – Alte und neue Herausforderungen“. Wir danken allen Teilnehmer für ihre Einsendungen und ihr Interesse an dem von uns gestellten Thema sowie unseren Juroren aus Wissenschaft und Praxis, die uns mit ihren fachlichen Bewertungen zur Seite standen.
Mit der Frage wie sich Menschenrechte und globale Politik gegenseitig beeinflussen, beschäftigt sich (zudem) auch das Buch unserer Rezension. Daneben berichten wir, (ganz im europäischen Kontext,) über die Inszenierung „Die Europäische Verfassung“ am Freiburger Stadttheater und über die Möglichkeiten eines LL.M. Studiums am Europakolleg in Brüssel.